Tag Archives: EInleitung

I think that in social science we write to protect as much as we write to express the self and to describe the world. *

Nach dem ersten Post, der viel zu umfangreich und unstrukturiert war, versuche ich mich an einer knapperen, besser verständlicheren “Einleitung”.

Was bezwecke ich mit diesem Blog?

Er soll meinen Versuch dokumentieren, mich weiter mit Themen sozialen Wandels, mit Ausgrenzung, Ausbeutung, auseinanderzusetzen. Letztlich geht es also auch um Armut.

Warum ein Blog?

Öffentliche Blogs haben viele Vorteile – zu viele sie hier aufzuführen. Für mich wichtig sind die Anregungen und Kommentare von LeserInnen. Zugleich möchte ich natürlich auch darstellen. Wie sieht die Lebenssituation von FlaschensammlerInnen in Deutschland aus? Wie sieht sie in anderen Ländern aus? Kann das Pfandsammeln als Form der Lebens- und Einkommenssicherung mit anderen prekären Daseinsformen vergleichen werden? Was für Auswirkungen haben solche Phänomene der Ausbeutung, Ausgrenzung, der unsicheren Lebens- und Produktionszusammenhänge auf das Zusammenleben in dieser und anderen Gesellschaften? Vielleicht ergeben sich neue Kontakte über dieses Blog. Das “nach außen gehen” mit meinem Thema hat sich im laufe der Erstellung meiner Masterarbeit häufig als hilfreich und sinnvoll erwiesen, seien es Ideen und Anmerkungen zur Theorie oder neue Kontakte. Öffentlichkeit ist also ein zentrales Motiv dieses virtuellen Ortes.

Warum dieses Bild?

Ich habe es bereits im ersten Beitrag versucht auszudrücken. Es kursieren vermutlich hunderte Bilder im Netz auf denen FlaschensammlerInnen abgebildet sind. Nicht alle werden mit Einverständnis der Abgebildeten entstanden worden sein. Das Problem ist aber nicht allein die Art und Weise wie diese Bilder entstanden sind. Es geht vielmehr darum, wie diese verwendet werden. Kurz gefasst, werden sie als Symbolisierungen für unterschiedlichste Gedanken und Zwecke gebraucht, häufig aber auch missbraucht. Aus diesem Grund nutze ich keine Personen abbildende Fotografien, sondern nutze ein Bild, zu dem ich schon im Vortrag an Hochschule Furtwangen eigentlich alles gesagt habe.

Was kommt noch?

Zum einen möchte ich Ergebnisse meiner Masterarbeit hier veröffentlichen, aber auch Gedanken zu weiteren Kontakten, Beobachtungen und insgesamt zum weiteren Verlauf dessen, was sich hoffentlich zu einer ausgewachsenen Promotion entwickelt. Auf “Nebenseiten” kommen vielleicht auch abseitigere Gedanken zum Vorschein, mal schauen. Aber eigentlich möchte ich weiterführendes zum Thema Pfandsammeln, Armut und Kombinierte Produktionsformen veröffentlichen. Gerade letzteres verweist auf einen Aspekt meines Interesses, der sich immer noch in Entwicklung befindet. Er entstammt der Bielefledler Entwicklugnsforschung und beschreibt, wie Menschen verschiedenen Produktions- und Erwerbsformen kombinieren, um ihr Überleben zu sichern. Im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich erkennen müssen, erkennen können, dass es weitere theoretische Interpretationsmöglichkeiten des Phänomens Flaschensammeln gibt. Meine Untersuchung anhand der Bielefelder Entwicklungsforschung hat jedoch den Vorteil, einen ziemlich schonungslosen Vergleich aktueller Lebensverhältnisse im Industrieland Deutschland mit denen in Entwicklungs- und Schwellenländern der 1980er Jahre zu ziehen. Dieser Vergleich ist aus meiner Sicht angemessen, zumal er hiesige Verhältnisse in seiner Analyse berücksichtigt. Dennoch liegen weitere Theorien vor, die es wert sind, darauf angewendet zu werden. Offensichtlicherweise ist dies die moderne Armuts- und Ungleichheitsforschung. Interessant ist jedoch auch die aktuelle Prekaritätsforschung oder der Konsumansatz von Stephan Lorenz. Es wird sich zeigen. 🙂

*  Susan Krieger: Social Science & The Self – Personal Essays on an Art Form